Betrunken vom Leben

Manchmal kann ich mich selbst nicht leiden. Das passiert nicht oft, aber hin und wieder passiert es schon mal. An Tagen wie heute zum Beispiel. Heute, wo ich mich mich doch freuen soll, weil ich eine alte Freundin nach einer Ewigkeit das erste mal wiedersehen werde. Weil wir uns bestimmt nach so langer Zeit ganz viel zu erzählen haben. Weil ich doch mit ihr großgeworden bin und sie ganz schrecklich mag. Und weil sie lustig ist. Aber nein, ich freue mich nicht. Ich würde viel lieber in meiner kleinen, unaufgeräumten Wohnung rum trullern und Gott einen guten Mann sein lassen. Nicht lüften. Nicht abwaschen müssen, mir das Haar nicht kämmen müssen, das Bett nicht machen müssen, im Schlafanzug bleiben. Aber ich raffe mich natürlich auf, und wenn es soweit ist, freue ich mich ja auch. Aber davor: nein, da kann von Vorfreude wahrlich keine Rede sein. Ich glaube, ich bin manchmal echt komisch. Verdammt komisch. Ja, ich würde am liebsten den ganzen Tag nur mit mir alleine sein und Wein trinken. Atmen, ruhig atmen, ein und aus. Und noch mehr Wein trinken. Bis ich ganz betrunken bin. Vom Leben mit mir selbst.

Betrunken von mir selbst

Betrunken von mir selbst

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Winter in Berlin

Der Winter momentan in Berlin war wohl noch nie so wunderbar wie in diesem Jahr. Denn kennen wir Berliner sie nicht zur Genüge, diese nasskalten, widerlichen, sibirischen Winter in der deutschen Hauptstadt? Und dann auf einmal tragen die Bäume so wundervolle Blüten – im Januar wohlgemerkt! Ich war noch nie so in den Winter verliebt wie in diesem Jahr! Auch wenn die nächste Kältefront sich gerade vor meiner Haustür zusammenbraut: das war es wert!Winter in Berlin